Denkt ihr auch mal an uns?

Diskutiere Denkt ihr auch mal an uns? im Off Topic und Geplaudere Forum im Bereich Allgemeines Forum; Wie ich finde ist das eine sehr gut erzählte und realistische Geschichte. Für alle die wie ich bei der Feuerwehr sind! Und besonders für...

Lord_of_the_Rings

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Wie ich finde ist das eine sehr gut erzählte und realistische Geschichte.
Für alle die wie ich bei der Feuerwehr sind! Und besonders für diejenigen die sich einen Verkehrsunfall aus der Sicht eines Feuerwehrmann nicht vorstellen können.
Bitte nehmt euch die 5 Minuten!



Denkt ihr auch mal an uns?

In der Zeit, die das Gehirn braucht, um beim Erwachen von totaler Entspannung auf Mindestbetrieb zu schalten, verpasse ich die ersten Silben der Alarmierung: .... Fahrtrichtung Bremen, schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen!? Während ich im Dunkeln noch schnell horche, ob einer meiner Söhne bei der Alarmierung wach geworden ist, quittiere ich den Alarm des Funkmeldeempfängers, hüpfe in die Hose und raune meiner Frau ein ?Bis gleich? zu, das sie mit ?Pass auf dich auf? erwidert. Ein Ritual, welches Vertrautheit in die unwirklichen Sekunden bringt, die man braucht bis man vollständig gewahr wird, was gerade passiert: Es ist mitten in der Nacht. Samstag nacht. Irgendwo auf der ?Bahn? hat es gekracht, mehrere Personen sind verletzt und im Fahrzeug eingeklemmt. Die Feuerwehr ist gefragt. Und im Gegensatz zu den vielen Bränden und einfachen Hilfeleistungen, bei denen es nicht ganz so kritisch ist und man auch ab und zu Kurioses oder gar Amüsantes erlebt, weiß man sofort, dass dies jetzt nicht der Fall sein wird. Im Gegenteil, es stellt sich eine massive Anspannung im Verbund mit tiefer Besorgtheit ein: Da kämpft jemand um sein Leben. Nicht irgendwo im Fernsehen, sondern ein paar tausend Meter entfernt in der Nacht. Und gleich wird man bei ihm sein und versuchen ?den Unterschied? zu machen. Jetzt gleich.

Im Feuerwehrhaus angespannte Gesichter. Kein flapsiger Spruch, kein Geläster über zerknitterte Gesichtsausdrücke und wilde Frisuren. Das Löschfahrzeug wird besetzt ? Maschinist, Gruppenführer und 3, 5, 6 Mann ? komplett. Der Gruppenführer dreht sich um, unsere Blicke treffen sich kurz. Ein kurzes Nicken. Es bedeutet: ?Gut, dass du da bist.? Ich nicke zurück: ?Wir kriegen das schon hin.? Ich bin zwar nicht der älteste Kamerad auf dem Fahrzeug, aber der einzige mit rettungsdienstlicher Ausbildung. Die wird gebraucht werden, ganz sicher. ?53-10, Ausfahrt?.
Tiefblaue Blitze machen aus den Leitplanken und Bäumen am Rand der Autobahn eine Diashow. Ein Blick in den Mannschaftsraum: Viele alte Hasen, die schon viel Blut auf Blech gesehen haben, aber auch ein ?Neuer?. Immer noch Totenstille und Anspannung. Jeder horcht in den Funkverkehr: Ist der Rettungsdienst schon da, sind die vielleicht doch nicht eingeklemmt, ist der Rüstwagen schon ausgerückt?
Nichts. Wir werden die ersten sein. Mein Job wird es vermutlich sein, auf Biegen und Brechen ins Innere des Fahrzeuges vorzudringen. Egal wie es da drinnen aussieht, wie der PKW liegt oder was sonst so mit ihm ist. Drinnen ist der Verletzungs- und Einklemmungsgrad zu erkunden, die Personen zu betreuen und als Bindeglied zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Patient zu fungieren. Kein Verdrücken, keine Pause möglich.
?Da isses?. Nur Warnblinker im Dunkeln, kein Blaulicht. Polizei ist also auch nicht da. Der Maschinist blockt mit dem 14 Tonnen schweren Fahrzeug die Unfallstelle gegen den fließenden Verkehr ? zur Sicherheit. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand in eine hell beleuchtete Einsatzstelle brettert. Als das Fahrzeug steht, springe ich mit Notfalltasche, Lampe und Decke vom Fahrzeug und laufe dem Gruppenführer hinterher. Nasser, kalter Dezemberregen. Mehrere PKW stehen unbeleuchtet oder mit Warnblinker auf der rechten Fahrbahn. Da stehen Leute am Waldrand, Fahrzeugteile liegen auf der Bahn, die Leitplanke ist durchbrochen. Aus den Büschen neben der Autobahn ragt ein Fahrzeugheck. Irgendwas gelbes mit Heckspoiler. Etwas älteres. Ein schneller Blick nach vorne: Der ist frontal vor einen Baum. Muss schnell gewesen sein, wo früher das Getriebe ansetzte, ist jetzt Baum. Die Tür hinten geht auf, also ich schlüpfe auf die Rücksitzbank. Zwischen Glassplitter, Stofftiere und CD-Hüllen. Fahrer und Beifahrerin. Beide sehr jung. ?Hallo! Hier ist die Feuerwehr. Können sie mich verstehen?? Ein stimmloses Ja von rechts, nichts von links. Kurze Schrecksekunde, aber links hat einen einigermaßen tastbaren Puls. Während ich den Warnblinker anschalte, Scheiben herunterfahre und dann die Zündschlüssel abziehe fange ich an zu erzählen. Einfache Sätze, nichts kompliziertes: ?Du hattest einen Unfall und bist eingeklemmt. Wo tut es dir weh? Wir müssen dich rausschneiden, dass kann einen Moment dauern. Wie heißt du?? ... und so weiter. Deine Stimme muss präsent sein, dass ist das einzige, an dem der Junge sich orientieren kann. Also reden, reden, reden. Nebenher versuche ich genauer zu erkunden, wie schwer die beiden verletzt sind und wie sie eingeklemmt sind: Der Motor hat auf der Fahrerseite den Vorderwagen; Lenkrad und das Armaturenbrett weit in den Fahrgastraum geschoben. Die Beifahrerin, Steffi, wie ich jetzt weiß, ist zwar eingezwängt, aber nicht direkt eingeklemmt. Ein paar Schnittwunden sehen dramatisch aus, werden aber bald vergessen sein. Da ihr aber der Hals weh tut, werden wir trotzdem etliches an Blech entfernen müssen, um sie möglichst schonend aus dem PKW zu heben. Eine Querschnittslähmung aufgrund eines gebrochenen Halswirbels wollen wir nicht riskieren.

Den Fahrer hat es wirklich schlimm erwischt. S cheiße, s cheiße. Er stöhnt auf als ich ihn abtaste. Das Armaturenbrett hat Knie und den Oberschenkelknocken in zahllose Splitter aufgespalten und durch die Muskulatur getrieben. Blut, viel Blut sickert in das Gewebe und fehlt woanders. Die Unterarme sind links und rechts gebrochen bei dem Versuch, sich beim Aufprall abzustützen. Links ragt ein Splitter aus dem Sweater, rechts liegt der Unterarm im rechten Winkel über der Handbremse. Der Brustkorb hat beim Aufprall auf das Lenkrad dieses verbogen, was meistens bedeutet, dass die Lunge durch gesplitterte und gebrochene Rippen verletzt ist. Luftnot ist die Folge. Das ist wie Verschlucken, dauert nur ewig. Vermutlich sind die Unterschenkel auch weich wie Pudding. Was mit den inneren Organen wie Gehirn, Leber etc. ist, die wie ein Punchingball im Körper vor- und zurückgeschleudert worden sind, kann man nur vermuten. Ein Riß in der Leber, und er verblutet innerlich. Ein geplatztes Blutgefäß im Gehirn und er könnte den Rest seines Lebens an die Decke im Pflegeheim starren. Auch ohne Diagnose durch den Notarzt (wo bleibt der eigentlich?) wissen wir, das wir uns beeilen müssen. Der Gruppenführer erscheint am Fenster. ?Und?? ?Fahrer zuerst und mit Crash, Beifahrerin schonend. Zweiten Doktor?. ?Vorschläge beim Fahrer?? ?Tür weg und A-Säule hochdrücken muss reichen. Wenn wir Zeit haben, das Dach noch.? Während wir uns besprechen wackelt das Auto unmerklich. Rüstholz wird untergelegt, damit uns die Kiste beim Auseinanderschneiden nicht plötzlich zusammenklappt, wenn die Türen und das Dach plötzlich fehlen.
Der Notarzt kommt. Kurze Atempause während er von der Seite aus den Fahrer untersucht. Mehr als Schmerzmittel, Infusionen, Sauerstoff geben und ihm eine Halskrause verpassen kann er aber in dieser Lage auch nicht. Der Junge muss in kürzester Zeit ins nächste Krankenhaus, um die inneren Blutungen zu stoppen. ?Zackig. Es eilt.? ist seine Anweisung. Jetzt sind die Kameraden draußen dran. ?Kai, wir schneiden dich jetzt raus. Es wird ein paar mal laut knallen, aber das ist nicht so schlimm. Gleich ist es vorbei.? Wenn wir Pech haben ist das gelogen, aber was soll ich ihm sonst sagen? Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht weiß, ob er mich überhaupt versteht. Mit einem durchsichtigen Kunststoffschild schirme ich ihn ab, vor den Sachen, die da kommen: TWÄNKK - die verkeilte Fahrertür wird mit eine lauten Schlag aufgespreizt und einem weiteren Schlag los geschnitten. Kai stöhnt, er merkt jede Bewegung des PKW. Es wird vermutlich im Fußraum mehrere Stellen geben, wo Fleisch und Knochensplitter direkten Kontakt mit Metall haben. Nächster Schlag, die A-Säule ist oberhalb des Armaturenbrettes durchtrennt. Für die nächsten Schritt an der A-Säule im Fußraum wird der Schutzschild vorsichtig zwischen das Bein und das Metall geschoben. Kai stöhnt wieder. Der Schild geht nicht tiefer. Vermutlich wird das Bein so kräftig gegen die A-Säule gedrückt, das es nicht weitergeht. Kurze Besprechung mit dem Arzt ? weitermachen. Konzentriert setzt der Geräteführer die Rettungsschere an. 600 bar Öldruck pressen die Scherenspitzen mit 100 Tonnen zusammen. Durch Metall, Kunststoff ? oder Knochen wenn man nicht aufpasst. In diesem Momenten ist der Bedienknopf scheinbar glühend heiß. Schneiden, Stopp, Kontrolle, Schneiden, Stopp, Kontrolle. Der nächste Schlag ? die Säule ist durch. Lautes Stöhnen. Das gleiche noch einmal und in die ausgeschnittene Stelle kann der Spreizer gesetzt werden, um das Armaturenbrett nach oben zu drücken. Es gibt nur ein Problem: Wenn Körperteile, die zusammengedrückt werden, mit einem Schlag entlastet werden, können innere Blutungen wieder auftreten, die vorher durch den Druck abgedrückt wurden. Der Arzt befürchtet dies auch und legt eine weitere Infusion. Verhindern kann man es nicht. Sackt der Blutdruck nach dem Hochdrücken des Armaturenbrettes massiv ab, muss er sofort raus und unters Messer.
?Kai, das wird vermutlich noch einmal weh tun, aber danach ist es besser.? Wem erzähle ich da was - ihm oder mir? Das Leben des Jungen hängt mit seinen zerschmetterten Knochen an einem seidenen Farben. Zum ersten Mal Zeit für Mitgefühl: Komm, Junge, zieh. ZIEH. Noch 5 Minuten, dann ist es vorbei. ZIEH. Kai stöhnt. Schneller.
Das Anheben des Armaturenbrettes ist ähnlich schwierig wie das vorherige Einschneiden. Technisch ist es kein Problem, mit 10 Tonnen Druckkraft das Metall auseinanderzudrücken, aber keiner weiß, ob die Reste der Unterschenkel nicht irgendwie mit dem Metall verhakt sind. Keiner will dem Jungen noch weitere Verletzungen zufügen.
Mit Schweiß auf der Stirn setzt der Truppführer das 30kg schwere Gerät wie eine Pinzette an. Nachdem die Spitzen erst mal ?Masse?, richtige Ansatzpunkte gefunden haben, bewegt sich das Armaturenbrett laut knackend und knirschend nach oben. Ich versuche das Schutzschild nachzuschieben. Kurz bevor das Armaturenbrett Dachhöhe erreicht, stöhnt Kai auf und sackt in sich zusammen: Bingo. ?Der muss raus. Jetzt? sagt der Arzt. Eher sich als uns. Ein Blick in den Fußraum bestätigt unsere Befürchtung: Die Unterschenkel sind blutig und ?matsche?, der linke Fuß ist vom Bodenblech förmlich umschlungen. Doch keine Zeit mehr. Der klobige ? Gott sei Dank klobige - Turnschuh wird aufgeschnitten, ich ziehe den Fuß mit einem kräftigen Ruck raus. ?Patient frei? höre ich mich rufen. Dann wird Kai mit der Hilfe von vielen Händen auf ein Spineboard, eine körperlanges Brett gezogen. Ich versuche dabei, die Beine einigermaßen zu führen, was mir aber nur teilweise gelingt. Das dabei entstehende Geräusch und das Gefühl, Beine mit mehrfach gebrochenen Knochen bewegen zu müssen, wird mich die nächsten Tage begleiten, dessen bin ich sicher. Ich gebe den Schutzschild an den Kameraden vom Rüstwagen weiter, ich bin ?raus?. Steffi wird von einer anderen Crew gerettet.

Es ist totenstill, als ich meinen Hausflur um 5 Uhr morgens betrete. Aufgewühlt. Zwar hat Kai das Krankenhaus lebendig erreicht, aber der Arzt rief auf der Feuerwache an und teilte uns mit, dass er eine äußerst schlechte Prognose hat. Als ich mich vorsichtig ins Bett lege, kommt mir nun die stille und friedliche Welt des Schlafzimmers unwirklich vor. ?Wie wars?? murmelt meine Frau. ?Nicht so schlimm?, lüge ich. Ich werde das morgen mit ihr besprechen. Es reicht, wenn einer nicht schlafen kann. Und so liege ich hellwach da und starre die Decke an. Zeugen haben gesagt, der gelbe Wagen sei an ihnen vorbeigeschossen und dann plötzlich ins Schleudern gekommen. Zu schnell gefahren. Heizer. Blödmann. Wenn der schon nicht an sich oder an seine Freundin, denkt, könnte er doch wenigstens an uns denken. Der Gedanke ist natürlich absurd.
Der nächste Gedanke, dass in ein paar Jahren meine Söhne mit Papa?s Auto loswollen ist es nicht und bricht in die aufziehende Selbstgerechtigkeit. Wie bringe ich sie dazu, nicht zu heizen? Wie dazu, dass sie meine Warnungen nicht in den Wind schlagen. Was wäre gewesen, wenn Kai dein Junge gewesen wäre...

Nach 5 Uhr morgens wieder einschlafen ist eh nicht gut.

Bitte denkt an uns.

Nach einer Idee aus den USA zur Öffentlichkeitsarbeit. Dann bitte als Quelle vfdu angeben.
 

wolfi20v

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hi,

das problem an der sache ist nur, das das geschriebene in keinster Weise mit der Wirklichkeit zu vergleichen ist.

Ich meine jetzt nicht die Handlung oder die technischen Details aus der Geschichte, ich meine das man sowas erlebt haben muss, sodass es wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Auch der nachdenklichste Mensch hat das hier geschriebene wahrscheinlich in einer Woche nahezu vergessen, aber wenn man einmal sowas oder ähnliches miterlebt hat, ist es doch prägend, UND es veranlasst vorallem wirklich umzudenken. Oftmals fällt mir bei etwas flotterer Fahrweise der eine oder andere Unfall aus dem Bekanntenkreis mit sehr unschönem Ausgang wieder ein, der mich dann wirklich dazu bringt vernünftiger zu fahren...

Der Großteil mancher "Kiddies" im heranwachsenden Alter haben ja keine Ahnung wie schlimm solche Unfälle - nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Mitfahrer - ausgehen können, und handeln dementsprechend anders als andere Leute die sehr wohl wissen das man u.U. nach so einem Unfall nicht mehr lebend rauskommt...

grüssle, wolfi
 
Funtax

Funtax

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Da kann ich mich Wolfi nur anschließen.

Sicherlich ein guter Text, der im ersten Moment wachrüttelt - geht mir gerade genau so, muss grad an meinen Dad denken, der auch bei der Feuerwehr ist und schon weiß Gott was miterlebt hat..

.. aber den "Langzeiteffekt" werden solche Texte leider nicht haben, sowas muss jeder Mensch selbst lernen, damit es wirklich prägend ist.

Sowas "vergisst" der naive Mensch (wie ich z.B., hab zum Glück noch nie so eine extreme Situation am eigenen Leib durchmachen müssen..) schon nach einer Nacht..
 

greidler

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ich glaub ich will sowas niemals erleben, mir reicht die Geschichte. :?
 

ParadoX

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wolfi20v schrieb:
hi,

das problem an der sache ist nur, das das geschriebene in keinster Weise mit der Wirklichkeit zu vergleichen ist.

Ich meine jetzt nicht die Handlung oder die technischen Details aus der Geschichte, ich meine das man sowas erlebt haben muss, sodass es wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Auch der nachdenklichste Mensch hat das hier geschriebene wahrscheinlich in einer Woche nahezu vergessen, aber wenn man einmal sowas oder ähnliches miterlebt hat, ist es doch prägend, UND es veranlasst vorallem wirklich umzudenken. Oftmals fällt mir bei etwas flotterer Fahrweise der eine oder andere Unfall aus dem Bekanntenkreis mit sehr unschönem Ausgang wieder ein, der mich dann wirklich dazu bringt vernünftiger zu fahren...

Der Großteil mancher "Kiddies" im heranwachsenden Alter haben ja keine Ahnung wie schlimm solche Unfälle - nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Mitfahrer - ausgehen können, und handeln dementsprechend anders als andere Leute die sehr wohl wissen das man u.U. nach so einem Unfall nicht mehr lebend rauskommt...

grüssle, wolfi

Naja, Wolfi, ich denke schon das es ein Tatsachenbericht ist. Zumindest sehr detailliert und von jemandem geschrieben der das tagtäglich macht. Das kannst du genauso beurteilen wie ich.
Klar bleibt das nicht für ewig hängen aber es regt doch zum Nachdenken an.
Ich musste selber am eigenen Leib erfahren das es besser ist den Fuß auch mal vom Gas zu nehmen. Seit dem 04.12.07 fahre ich deutlich langsamer und vorsichtiger. Heute, z.B. wäre es mir mit dem Audi ziemlich egal gewesen. Es ist halb elf, ich habe 30km vor mir und wäre gut gebrettert. Aber da das mit dem Audi schon schief ging hielt ich mich (mal wieder) sehr zurück. Man muss halt erstmal richtig auf die Fresse fallen damit man es "checkt". Bei mir hats geholfen Ich weiß was für ein Glück ich hatte und setze das nicht mehr so einfach aufs Spiel!

Schockierend fand ichs diese Woche bei uns in der Nähe. Ein Geschäftsmann hielt die Straße für vierspurig obwohl sie nur zweispurig war (Auffahrt). Er nahm mit seinem Audi nen alten Corsa aufs Korn. Corsa Insassen beide tot, er nur ein Schock. Im Krankenhaus ging er shon wieder seiner Arbeit nach. "Ja dann sind se halt tot, aber ändern kann ich das jetzt auch nicht mehr!" waren seine Worte und er widmete sich wieder seinem Handy. 8O Leute gibts :eek:hno:
 

axit

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Fahrer und Beifahrerin. Beide sehr jung.
Tja das ist ne schwierige Angelegenheit. Wie mache ich jemandem der innerlich seine neue Freiheit feiert klar das diese schneller zu Ende sein kann als man die errungen hat? Vor nicht allzu langer Zeit gab es bei uns nen Verkehrsunfall mit tötlichem Ausgang. Der Junge hatte seit 2 Tagen den Führerschein und ist gerade mal ein paar Schritte vor seinem Elternhaus verunglückt. Diese sind dann auch noch schauen gegangen was da los ist. Recht tragische Sache.

Vielleicht sollte man umdenken und statt auf längere Fahrausbildung einfach auf Abschreckung innerhalb der Ausbildung setzen. Es gibt genug Filme wo reale Unfälle unbeschönigt dargestellt sind. Und dann nicht nur einmal sondern 3-4 mal innerhalb der theoretischen Ausbildung zeigen. Das wird sicher nicht jeden abschrecken und auch nicht ewig im Gedächtnis bleiben aber es wird den ein oder anderen geben dem das die Gefahr näher bringt.
 
qdriver

qdriver

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Das schlimmste ist, daß bei allzu vielen auch die Abschreckung nix hilft, weil Selbstüberschätzung sehr verbreitet ist.
Und seien wir uns mal ehrlich. Ich glaube fast jeder hier war irgendwann schon mal der Meinung, er beherrscht sein Fahrzeug und kann fahren bis ihn - im besten Fall - ein kleiner Dreher oder Ausflug in der Strassengraben - eines besseren belehrt hat. Ich schließe mich da selbst keinesfalls aus. Ich muss sagen, daß ich vor einigen Jahren vor allem auf der Landstrasse auch noch sehr flott unterwegs war (durfte ja auch schon längere Zeit den Bus benutzen :oops: ) ... mittlerweile bin ich etwas langsamer geworden und bin froh darüber.
Gut, hin und wieder läßt man mal die Sau raus wenns Wetter und Verkehr zulassen. Aber wirklich nur dann.

Viele sind auch Vertreter der "mir doch egal" Fraktion, bis ihnen was ernsthaftes passiert. Und manche lernens eben nie. Ein Bekannter von mir ist sowohl mit dem Bike als auch mit dem Auto mehrmals verunglückt, teilweise auch mit längerem Krankenhausaufenthalt, über ein Jahr Führerscheinentzug und konnte es trotzdem nicht lassen bis er dann vor gut einem Jahr seinen letzten Unfall hatte. Er wurde grade mal 26.

Tobi
 

Lord_of_the_Rings

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wolfi20v schrieb:
Auch der nachdenklichste Mensch hat das hier geschriebene wahrscheinlich in einer Woche nahezu vergessen, aber wenn man einmal sowas oder ähnliches miterlebt hat, ist es doch prägend, UND es veranlasst vorallem wirklich umzudenken.
grüssle, wolfi

Der nachdenkliche Mensch er das hier geschrieben hab ist ein Feuerwehrmann und wird das glaub auch nicht in einer Woche vergessen haben. Wenns es euch zum nachdenken veranlasst hat reicht mir das schon aus.
 

Viktor1990

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Also ich kann nur von mir und meinen "erfahrungen" sprechen ich habe selber mitgekriegt wie im bekanntenkreis ein 2m mann nach einem unfall in einem kindersarg beerdigt wurde weil er von einem anderen auf der landstrasse mit 200 frontal angefahren wurde und so haben dann alle 5 insassen das leben verloren und seit dem fahr ich extrem vorsichtig und ich bin erst 17 von daher könnte ich noch besser meine grenzen mit meinem erfahrenen vater ausprobieren als alleine und ohne jemanden der in einer kritischen situaition eingreifen kann. Für mich persönlich ist so eine geschichte hart denn sowas prägt sich ein. klar hängt es von der person und wie man es liesst ab aber mich hat sie berührt. ach und ich bin der meinung dass jeder seine grenzen auf der bahn am besten auf einer grossen mehrspurigen oder sogar rennstrecke kennenlernen sollte denn dann weis er wo es aufhört mit dem prolettengehabe. Ich persönlich gehöre zu der fraktion die ein auto mit ordentlich potenzial hat aber das nicht ausschöpft und ich brauche das auch nicht ich weiss das ich 200 fahren könnte nur ir reichen 150 völlig aus und in der stadt bin ich eh meisst der einzige der sich an die geschwindigkeit hält.

Kleine reflexion mich berührt das und wenn es auf andere auch nur ne woche ne wirkung hat ist das schon gut dann ist wenigstens eine woche weniger wo er verunglücken kann.

MFG
Viktor
 

ZwoSechs

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Ein guter Beitrag? Nein, sagen wir: ein aufrüttelnder. Ich weigere mich, diese bittere Realität beim Fahren -ob mit dem Auto oder Motorrad- zu verdrängen. Ich sehe mir manchmal im Internet Unfallfotos an (die Feuerwehrleute wissen, auf welchen Seiten) -nicht, um mich am Leid der anderen aufzugeilen, sondern um mir die Risiken vor Augen zu halten.

Das bedeutet nicht, dass ich mit 100 über die Autobahn fahre oder von hinten per Lichthupe geweckt werden müsste. Es bedeutet aber für mich, mir insbesondere Überholvorgänge für sichere Momente aufzuheben. Es bedeutet, Vorfahrt und die freie Fahrbahn hinter der Kuppe nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Es bedeutet, keine hundert Euro für die Bassröhre auszugeben, sondern für ein Intensivtraining beim ADAC.

Mir ist klar, dass ich damit nicht zwangsweise unfallfrei bleibe. Was ich bei mir erreichen will, sind geschärfte Sinne, den Blick für Gefahrensituationen, das "vorbereitet sein". Nicht lieber tot als Zweiter sein. Weil es beim Unfall keinen Sieger gibt.
 

treser_hunter

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...am besten sollte man schon mit mindestens 30 Jahren auf die Welt kommen.
Ich für mich kann nur sagen, das die Geburt unseres Sohnes, und der "relativ" schwere Unfall den wir hatten ( siehe unsere HP ) um Jahre erwachsener gemacht hat.
Wir sind erst heute 550 KM aus dem Winterurlaub heim gekommen....und es reicht mir heute wenn ich mit 130 unterwegs bin. Ich habe dann noch das Gefühl ich könnte die Situation, die kommen kann, (wie heute auf der A3 ein Rad auf der mittleren Spur!!) einigermasen kontrollieren...ob das immer so ist....keine Ahnung. Nur wenn mir heute einer von hinten Lichthupe gibt.....denke ich mir.....weiste was, dafür das ich dich noch nicht mal kenne,riskiere ich schon garnichts, und fahre eben rechts rüber...und lasse ihn fahren......vor noch 5 jahren hätte ich zurück geschalten....
Ich will nicht sagen das ich jetzt einen Hut auf der Ablage stehen habe...aber man denkt nach der Situation X sehr viel nach, und entscheidet mehr zwischen wichtig / unwichtig, und allein schon dem Zwerg zuliebe entscheidet man(n) dann für unwichtig wenn es drum geht etwas zu beweisen, oder 3,87 minuten früher daheim zu sein.....

Und Hut ab, und meinen tiefsten Respekt vor den Leuten die einem dann da raus holen, wenn man mal in so einer Situation ist das diese Maschinen zum Einsatz kommen müssen.
 

kwoth84

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Ich wollte das hier einfach nochmal hochholen.

Wünsche euch allen allzeit gute und knitterfreie Fahrt durch den Winter.

Gruß
 
graybeast

graybeast

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kwoth84 schrieb:
Ich wollte das hier einfach nochmal hochholen.

Wünsche euch allen allzeit gute und knitterfreie Fahrt durch den Winter.

Sehr gute Idee! Mir lief es eben eiskalt den Rücken runter, als ich den Beitrag gelesen habe. Ich hoffe auch sehr stark, daß dieser Bericht zum nachdenken anregt. Ich selbst bin auch bei der FFW, allerdings nur in einer kleinen Ortsfeuerwehr. Allerdings bin ich selber schon als erster an eine Unfallstelle gekommen, und ich muß sagen, daß das kein schöner Anblick ist. Man versucht wirklich alles, auch wenn man sich dabei selbst verletzt um zu helfen. Dabei sind nicht die Verletzungen das schlimme an der Sache, sondern viel mehr die Bilder, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen....
Auch ich hatte mal einen Unfall, bei dem ich mich 3 mal überschlagen habe und auf dem Dach liegen blieb. Allerdings bin ich glücklicherweise vollkommen unverletzt ausgestiegen. Ich fahre jeden Tag an meiner Unfallstelle vorbei und denke immer wieder daran. Mein größtes Glück an der Stelle an der ich von der Fahrbahn abgekommen bin war, daß dort kein Baum stand. Nur 20m weiter hätte das mit Sicherheit böse Folgen gehabt.

Also, tut euch den Gefallen, und fahrt vorsichtig!!! Euch und eventuell auch den Helfern zuliebe!!!

Gruß Arne
 

Dr. House

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Ja Moin !

Euch allen auch einen unfallfreien Winter !

Wenn man so sieht was hier in der Gegend auch OHNE Winter so alles passiert .... :roll:

www.nord-west-media.de

Gruß Martin
 

teacher4711

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Ich fahr ehrenamtlich Rettungsdienst wenn es meine Freizeit erlaubt. Und wenn man einen Unfall miterlebt ist das schon prägend.

Und wenn man dann solche Storys wie vom telefonierenden Geschäftsmann hört will man am liebsten die Hacke auspacken und ihn kleinmachen.
 
Thema:

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