Sooo, jetzt gibt`s Besuch aus`m Saab-Forum (
www.saab9009000.de), ich selbst bin ebenfalls Turbo-Pilot:
finde es (im Sinne des Urteilsspruchs) mehr als bedenklich, daß "Eure" Meinungen sehr deckungsgleich mit "unseren" sind, sprich der MB-Fahrer aus Mangel an Beweisen hätte freigesprochen werden müssen.
Aus meiner Sicht gilt es 3 Dinge zu BEWEISEN, bevor man dem Angeklagten sein (Todes-)Urteil verkündet:
1. welcher Mercedes war zur fraglichen Zeit am Unfallort?
2. war "Rolf" der Fahrer GENAU dieses Mercedes?
3. waren Auto (MB) und Fahrer (Rolf) Unfallursache?
KEINER dieser Punkte wurde -soweit mir bekannt- einwandfrei BEWIESEN. Vielmehr wurden Indizien aneinander gereiht, daß hat die Richterin ja selbst in Urteilsverkündung gesagt.
Allein die verschiedenen Aussagen aus dem Umfeld des Angeklagten (Spitzname "Turbo-Rolf", "Brüstete sich über 300 gefahren zu sein", "Ist wegen seines Fahrstils bekannt" ...) sind der Hohn auf Socken. Wie bereits geschrieben, fahre ich auch ein Auto mit Turbo - bin ich dann in einem Prozessfall auch automatisch Schuld? Und was ist mit EUCH, die Ihr auch überwiegend Turbos fahrt? Und die TDI / CDI / x30d-Treter? Auch alle, alle , alle von vornherein Schuld? Na, danke... Es ist mit Sicherheit viel Neid im Spiel bei den Leuten, keine 300 gefahren sind, die nicht einen Mercedes fahren, die nicht Werkstestfahrer werden durften, die nicht vom Werk die großen Benze gestellt bekommen. Könnte mir wirklich gut vorstellen, daß der ein oder andere Kollege, der nur A-Klasse oder C180-Sauger als Testwagen bekommt, sicher tierisch neidisch auf "Rolf" war.
Zu dem Bespiel mit dem Gewehr bezogen auf Extremsituationen: halte ich für völligst inkompatibel!!! Nicht, daß ich was gegen Beispiele aus dem Leben haben - im Gegenteil- nur wäre die Situation, daß mich der Beifahrer des neben mir fahrenden Autos mit einer Waffe bedroht eine absolute "PRIO-1" Situation: "rette sich wer kann, Notfall, Alarm". Wie es auch ein Vorredner bereits im Nachgang schrieb, muß ich bei der Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr damit rechnen, daß ich von einem schnelleren überholt werde (außer Überholverbot). Und gerade,wenn ich auf der BAB fahre, ist damit zu rechnen...und gerade,wenn sie 3-spurig ist...und gerade in einem Zeitalter, wo schon "untermotorisierte" Autos á la "KIA" 150km/h laufen.
Übrigens wurde der Angeklagte vom Tatbestand der Unfallflucht freigesprochen!!!
Dann noch was: wenn die Frau ihrerseits jemanden überholt hätte (und deswegen links war), hätte es bei dem Unfall ja einen (nicht 200-500m entfernen) Zeugen geben müssen. Wäre der Streckenabschnitt nicht grundsätzlichmit "frei" zu bezeichnen gewesen, hätte es 1. mehr als den im vorangegangen Satz geforderten EINEN ernsthaften Zeugen geben und 2. noch WEITERE durch den ausbrechenden KIA verunfallte / überreagierende Fahrzeuge / Zeugen geben müssen.
Hier hat noch jemand aus dem Saab-Forum eine Zeugenaussage des (200-500m) entfernten Zeugen gepostet:
Zitat:
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Die Aussage eines Zeugen:
"Er sei 200 Km/h gefahren und ist mit wesentlich höherer Geschwindigkeit überholt worden. 200 m vor Ihm habe er gesehen, dass der eben noch Ihn überholende auf den linken Grünstreifen fuhr und in diesem Moment der rote Kleinwagen nach rechts von der Fahrbahn abging."
Wer so am Staßenverkehr teilnimmt, ist im Knast besser aufgehoben.
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ZITAT ENDE
Also man könnte aus der "Zeugenaussage" auch den Schluß ziehen, daß der Kleinwagen mehr oder weniger plötzlich bzw. evtl. ohne zu blinken auf die linke Spur zog, um einen rechts fahrenden Wagen / Lkw zu überholen...150km/h sind ja schonmal nicht schlecht...nur hat die Dame vielleicht vergessen, in ihre Spiegel zu schauen, so daß der mit angeblich 250 auf der linken spur fahrende MB-Fahrer sie fast auf dem Schoß gehabt hätte. Die Dame - über ihre Unachtsamkeit erschrocken - verreißt ihr Lenkrad und fliegt ab. Der Benzfahrer reagiert schnellstmöglich und bringt seinen Wagen so weit wie möglich nach links (Grünstreifen). So: dann wäre der MB-Fahrer wg. seiner super-Reaktion eigentlich ein Held, der die Schusseligkeit eines anderen VK-Teilnnehmers geradegebügelt hätte... Ist nur so eine Gedankenvariante.
Natürlich ist den Hinterblieben der Frau / des Kindes mein Beileid sicher, egal wer wie oder überhaupt beteiligt / schuldig war.
In diesem Sinne, eine gute Fahrt!
TobiasM[/quote]